NEOS Mach´ mit

Bin Gärtner des Lebens. Am Ende …

  Matthias Strolz  am 22.12.2012

U2 eingelegt, Bürotisch aufräumen. Das riecht nach Jahresende. Was da alles auftaucht. “Zeitschiene ‘Österreich spricht’: 14.04. Website geht online”. Wann war das? Heuer? Hm, da ist so einiges passiert, seit Veit Dengler und ich vor gut einem Jahr in der Mann-City in Liesing Kaffee trinken waren. Anfangs zwei, dann 40, dann 100, dann 240, dann 360, jetzt um die 1000. Die Armee der Davids ist unterwegs. Golliath bemüht unbeeindruckt. Noch.

“Das geht nicht.” “Das funktioniert nie.” “Ihr werdet scheitern.” Das war für mich der häufigste Dreiklang dieses Jahres. Mindestens 15 Mal am Tag. Geschätzte 5.000 Mal habe ich es gehört – in persönlichen Gesprächen, am Telefon, in Briefen, auf Facebook, auf Twitter, auf Xing, im Getuschel am Nachbartisch, als nonverbales Stirnerunzeln … “Yes, you can!” schreibt mir heute ein Freund. Auch das habe ich oft gehört. Gefühlte 2.000 Mal. Das tut gut. Wir gehen voran. Unbeirrt.

Ja, wir wollen. Ja, wir können. Ja: wir machen. Die Politik ist an einem Punkt angelangt, wo mehr vom Gleichen nix bringt. Ja geradezu bedrohlich klingt. Die alteingesessenen Parteien sind Ruinen. Sie haben eine große Geschichte. Sie haben in ihrem aktuellen Zustand keine Zukunft. Sie sind müde, leer, ausgebrannt. Die Energie, die sie noch aufbringen, verwenden sie auf das Klammern. An ihren Ämtern, an ihren Sesseln, an ihren Futtertrögen. Wann, wenn nicht jetzt: neue Köpfe, neuer Stil, neue Politik.

“Mutig, mutig”, hör’ ich oft. Hm, ob es mutig ist, ich weiß nicht. “Entschlossen” – das trifft es eher. Ich folge einer inneren Notwendigkeit. Dem Ruf des Herzens. Ich hatte einen Traum: Ich bin ein “Gärtner des Lebens”. Ich bekam ein Lied. Mein Lied: “Prüfe stets die Felder, auf die Du Dich einlässt. Zu unterschiedlichen Zeiten kannst und sollst Du unterschiedliche betreten. Suche nicht, finde. Sei bereit. Alles kommt zu Dir. Sei aufmerksam, sei wachsam. Entscheide.”

Ich habe entschieden. Ob Unternehmer-Sein, Bücher schreiben, Parteien gründen. Alles eins. Ich kultiviere soziale Felder. Ich wachse und lasse wachsen. Ich bin Hebamme für das Neue. Ich bewege mich – im Fluss des Lebens. Das ist manchmal anstrengend. Meistens geil. Manchmal müde. Meistens lebendig. Am Ende des Jahres: zufrieden. Und dankbar.

*****
*****
*****

Hier auf die Frage: Was ist Mut?

Hier – zwischen den Zeilen – die Auflösung, warum ich jetzt zwar etwas Anderes tue, aber trotzdem dasselbe mache. Folge deinem Herzen!

64 DSCN5501