NEOS Mach´ mit

Den Lehrer_innen die Flügel heben

  Matthias Strolz  am 18.12.2013

 

Wir NEOS haben der Regierungsvorlage zum Lehrerdienstrecht am 17.12. im Parlament nicht zugestimmt. Die Debatte um das Lehrerdienstrecht ist eine Themenverfehlung. Die Schulen brauchen mehr Freiheit und Verantwortung. Daher wollen wir statt dem Lehrerdienstrecht einen Rahmen-Kollektivvertrag. Die Lehrer_innen sollen direkt an der Schule angestellt und die Direktor_innen vor Ort auf Zeit bestellt werden.

    

Daher haben wir auch einen Entschließungsantrag im Parlament auf Stärkung der personellen, finanziellen und pädagogischen Autonomie eingebracht. Hier im Detail als pdf. Die Grünen und das Team Stronach haben diesen Antrag mit unterstützt. Leider haben wir keine Mehrheit gefunden.

    

Um dem neuen Lehrerdienstrecht die wichtigsten Spitzen zu nehmen, brachten wir zur Induktionsphase (Einführungsphase für neue Lehrer_innen) zwei Abänderungsanträge ein. Wir wollen, dass die Junglehrer_innen in der Induktionsphase keine volle Lehrverpflichtung haben, um hier Kapazität für diese wichtige Phase der Einarbeitung zu gewährleisten. Leider hat die SPÖÖVP-Mehrheit auch diesen Antrag abgelehnt. Unser Vorschlag, die Mentor_innen, welche die Junglehrer_innen betreuen, mit mehr Stunden auszustatten (1 Stunde pro Woche pro Junglehrer_in, die sie begleiten), wurde ebenso abgeschmettert.

    

Die Frustration in der Lehrerschaft steigt und wir verstehen das. Auch den Wunsch nach einem differenzierten Berufsverständnis teilen wir. Natürlich braucht es mehr Unterstützungspersonal. Unsere Vorschläge liegen am Tisch: Stärkung der Autonomie der Schulen, Einführung eines gemeinsamen Kompetenz-Standards mit einer Mittleren Reife mit 15, Vielfalt der pädagogischen Konzepte … Unsere bildungspolitischen Pläne im Detail finden sich in unseren Plänen für ein Neues Österreich.

    

Unser Ziel ist es, die Talente der Kinder und Jugendlichen optimal zur Entfaltung zu bringen. Wir wollen „die Flügel heben“. Wir wollen mehr Potenzialorientierung und weniger Defizitorientierung. Damit das gelingt, brauchen wir als Gesellschaft auch einen anderen Blick auf den Beruf der Lehrer_in. Lehrer_in ist der wichtigste Beruf der Republik. Wäre ich Bildungsminister, würde ich diese Botschaft in eine Kampagne FÜR die Lehrer_innen übersetzen; so wie es die Innenministerin für die Polizei und so wie es der Verteidigungsminister für die Soldat_innen gemacht hat.

    

Wir werden mit unseren Stimmen die Regierungsvorschläge nicht verhindern können. Wir hoffen jedoch, dass wir in den nächsten Jahren im einen oder anderen Punkt Verbesserungen mit durchsetzen können. Und wir machen uns bereit, nach dem Abgang dieser Regierung Umsetzungsverantwortung zu übernehmen.

    

Bildung ist für uns NEOS das größte Herzensanliegen. Wir bleiben hier am Ball – das verspreche ich als NEOS-Klubobmann, als Bildungssprecher, als Vater und als homo politicus. Weil eine gute Bildungspolitik ist die beste Arbeitsmarktpolitik, die beste Wirtschaftspolitik und die beste Sozialpolitik.

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