NEOS Mach´ mit

ICH über mich

 
Matthias Strolz Kinderfoto

Frohes Kind mit großem Auslauf

Ich hatte als Bergbauernbub in Wald am Arlberg im Vorarlberger Klostertal eine großartige Kindheit.

Umsorgt in einem liebevollen Elternhaus, entwickelten sich meine Wurzeln und Flügel ausgezeichnet. Vor unserer Haustür war ein gleichsam grenzenloser Spielplatz aus Dorf, Wald und Wiese. Meine Mutter ist eine beherzte Bergbäuerin, stets umfassend im Dorfleben und Gemeinwesen engagiert. Mein Vater war einfacher Angestellter in der Textilbranche, der immer wieder die Fenster zur großen Welt aufmachte. Er reiste gerne in all den Jahren, bevor ihm Krankheiten den Bewegungsradius Stück für Stück raubten. Auf unserem Fernseher standen eine Kennedy-Statue und ein kleiner Eiffelturm. Wichtige symbolische Platzhalter für »die große weite Welt da draußen«, wie ich erst viele Jahre später begreifen sollte. Meine Geschwister und ich haben viel mitgearbeitet – auf dem Feld, im Stall und im Haushalt. Die Heuarbeiten gemeinsam mit der Verwandtschaft in der Großfamilie trage ich mit frohen Bildern in Kopf und Herzen, auch wenn ich oft lieber, so wie andere Kinder und Jugendliche, ins Freibad gegangen wäre.

 
Matthias Strolz als Jugendlicher

Der Radius wird größer – Bürgermeister in der hohen Lebensschule

Das Menschen-Zusammenführen und das Organisieren waren schon früh meine Leidenschaften.

Als Klassensprecher fühlte ich mich wohl und folgte dann auch meiner Schwester als Schulsprecher. Als Landesschulsprecher hatte ich plötzlich ein Büro in Bregenz. Das war anfangs einigermaßen schräg, da mir die Landeshauptstadt bisher im wahrsten Sinne des Wortes fern lag. Doch es kam mir alles sehr gelegen, denn die Schule begann mich ziemlich zu nerven. Zu eng und zu ignorant strukturierte sie mein Leben und Lernen. Zum Studium zog es mich nach Innsbruck. Politikwissenschaft mit Fächerbündel sei ein brotloses Ding, meinten so manche. Ich hatte diesbezüglich wenig Ahnung und Einschätzung, denn bislang auch keine Freunde, die studierten. Zur Sicherheit nahm ich also die Internationale Wirtschaftswissenschaften dazu. Es war das erste Studium in Österreich mit verpflichtendem Auslandsjahr, und dieses führte mich 1994/95 nach Dublin. Dies alles war mir nur durch die Unterstützung von Stipendien möglich. Das halte ich nicht für selbstverständlich, sondern für ein glückliches Privileg. 1996 wurde ich zum ÖH-Vorsitzenden an der Universität Innsbruck gewählt. Plötzlich war ich Bürgermeister von fast 30.000 Studierenden und belegte einen zweijährigen Crashkurs in Sachen „Politik und überhaupt“. Für mein Doktoratstudium ging ich 1999 nach Wien. Vor allem hatte ich als Political Animal das Bedürfnis, in die Bundeshauptstadt zu ziehen. Ich kam mit leeren und freien Händen – im Gepäck hatte ich eine glückliche Kindheit, eine bewegte Jugend und eine solide Bildung.

 
Irene Und Matthias
Foto: N. Unkart

Der Liebe gefolgt

Im Oktober 2005 heirateten Irene und ich, und drei Kinder halten uns bis heute auf Trab.

Kinder sind für mich das Größte. Und ich halte Vater zu sein für die größte Grenzerfahrung meines bisherigen Lebens: immer wieder an und über der Grenze – sei es durch Schlafentzug, durch Fragen der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, durch die hundert kleinen Herausforderungen des Familienalltags. Ich liebe es! Und ich liebe Politik.

 

Plötzlich Unternehmer

In Wien startete ich als Kommunikationstrainer, Coach und Seminarleiter in die Selbstständigkeit.

Anfangs arbeitete ich vor allem mit Non-Profit-Organisationen und arbeitslosen Jugendlichen. Die Arbeit mit diesen Jugendlichen, die nicht so wie ich mehrheitlich auf die Butterseite des Lebens gefallen waren, hatte mich tief berührt. Gerade auch diese Erfahrung motivierte mich einige Jahre später, bei der Umsetzung eines Stipendienprogramms für engagierte Jugendliche mit Migrationshintergrund anzupacken. Ende des Jahres 2000 wagte ich mich mit einem alten Bekannten aus SchülerInnenvertreterzeiten an eine GmbH-Gründung. Plötzlich war ich also Unternehmer. Als Unternehmer lernte ich, was es mit dem Gerede von den zu hohen Lohnnebenkosten so auf sich hat; was es heißt, wenn kurzfristig Aufträge wegbrechen, das Geld ausgeht und die doppelten Gehälter vor der Tür stehen, gefolgt von den doppelten Zahlungen an die Sozialversicherung. Zwölf Jahre war ich Unternehmer und Geschäftsführer. Wir gründeten mehrmals um und gliederten auch eine zusätzliche Firma aus. Unsere Kunden kamen in allen Größen und Formen – vom Bürgermeister bis zur Ministerin, von der Tischlerei bis zum führenden Weltkonzern. Die Freiheit als Unternehmer genoss ich über all die Jahre, auch wenn sie oft nur eine eingebildete ist – die Sachzwänge sind mitunter groß – und um den Preis des höheren Risikos erkauft. Das schien mir für mich stets ein fairer Deal zu sein.

 
Matthias Strolz NEOS

Vom Bergbauernbub zum Bürgerbeweger

„Ich werde irgendwann in der Politik sein“, hatte ich meiner Frau schon vor unserer Hochzeit gesagt.

Es war mir klar, dass ich mich mittel-bis langfristig diesem inneren Auftrag nicht entziehen konnte oder wollte. Schon länger hatten wir in kleinen Kreisen immer wieder über eine Parteigründung philosophiert. „Es braucht etwas Neues“ war das Fazit so mancher Runde. Doch wir waren alle sehr beschäftigt mit unseren Leben – Berufskarriere vorantreiben, Kinder kriegen, Nest bauen… Doch 2011 war die Zeit reif. Gemeinsam mit Veit Dengler, griff ich jenen Mut und jene Entschlossenheit auf, die es brauchte um die Initialzündung zu geben. Wir starteten NEOS – eine Bürger_innebewegung.

 
NEOS Matthias Strolz

Das Abenteuer meines Lebens

Es gab viele Hürden auf dem Weg zur Bürger_innenbewegung und zum Einzug in den Nationalrat.

Der politische Mitbewerb verfolgte unser Tun aufmerksam. Mit Angriffen auf unsere materielle Basis und expliziten Drohungen zeigte das alteingesessene System sein hässliches Gesicht: das der repressiven Macht und der hemmungslosen Besitzstandswahrer. Etliche MitstreiterInnen hatten ungute Erlebnisse – von Kündigungsdrohungen bis zu plötzlichen Steuerprüfungen.

Doch wir waren nicht aufzuhalten. Unser Vorhaben „Österreich erneuern“ entwickelte rasch Dynamik. Für die Finanzierung des ersten angestellten Mitarbeiters legten wir im kleinen Kreis Spenden zusammen. Und allein im ersten Jahr investierten wir über eine halbe Million ehrenamtliche Stunden in unsere BürgerInnenbewegung. Zudem bauten wir munter und gekonnt an Allianzen. Bei der offiziellen Gründungsveranstaltung von NEOS am 27. Oktober 2012 waren bereits Hunderte anwesend. Und von dort weg gingen wir in den Aufbau einer Kampagnenbewegung in Richtung Nationalratswahlen 2013. Mittlerweile sind wir Tausende. Den Rest kennt ihr. 🙂

 

Auf geht’s!

Ich habe viel von meinem Land bekommen.

Ich habe viel gegeben. Ich hatte viel Glück bis hierher; viele Freiheiten und ebenso viele Chancen. Das ist meiner Familie zu verdanken, sowie meinen Freunden und Weggefährten, schicksalshaften Fügungen, meinen Talenten und meiner eigenen Initiative, aber eben in hohem Grad auch unserem Gemeinwesen, unserer Republik Österreich. Und hier will ich etwas zurückgeben. Ich bin überzeugt, dass wir noch besser, umfassender und fairer die Chancen für die Menschen in unserem Land – Deine Chancen – kultivieren können. Es ist und tut gut, sich in die eigenen Angelegenheiten einzumischen. Menschen können, wollen und sollen über Dinge, die sie betreffen, mitentscheiden – im Bewusstsein der Verantwortung, die sie damit tragen. Ja, der wichtigste Job in einer Demokratie ist der des Bürgers, der Bürgerin.

Ein Bild, das mich leitet: „Wenn du schnell gehen willst, geh alleine. Wenn du weit gehen willst, geh mit vielen!“ Gemeinsam haben wir uns auf einen weiten Weg gemacht. Lasst uns diesen Weg der Neuerung mit so vielen wie möglich gehen. Kommst Du mit?