NEOS Mach´ mit

Mama, ich liebe Dich!

  Matthias Strolz  am 13.05.2012

Als ich 1994/95 in Dublin studierte, teilte ich mein Zuhause mit zwei Spanierinnen. Beatriz und Rosa. Da gingen neue Welten auf. 🙂 Am Muttertag denke ich immer und jedenfalls an meine Frau, an meine Mama, an meine Schwiegermama, meine Schwestern und an Bea. Wir saßen eines Abends gemeinsam mit Freunden am Küchentisch und aßen spanischen Schinken. Frisch importiert – Rosa war eine Metzgerstochter. Dazu tranken wir Kölsch-Bier im Fass. Aus dem Kofferraum unserer deutschen Freunde. Ich spielte damals als einziger Ösi, liebevoll „Schluchtenfurzer-Toni“ gerufen, in einer deutschen Fußballmannschaft mit Kernbesetzung aus Köln (Toni-Doppelpack Polster spielte damals für den 1. FC Köln in der deutschen Bundesliga). Wir philosophierten gemeinsam über Gott und die Welt.
Gegen Mitternacht zerfielen die Tisch- in Zwiegespräche. Mit Bea hatte ich einen guten Draht. Sie erzählt mir aus ihrem Leben. Ich frage sie, ob sie nicht auch manchmal gerne ein Mann wäre. Ich wär’ schon hin und wieder gerne als Frau unterwegs. Sie strahlt mich mit großen Augen an: „Nein, nie. Um nichts in der Welt.“ Das kommt ungewöhnlich entschlossen. „Warum nicht?“ will ich wissen. „Dann könnte ich nie Kinder bekommen!“ Ihre Antwort klingt endgültig und das Thema ist damit abgehakt. Wir stoßen an und verhandeln das nächste Kapitel.

Nie werde ich Bea’s euphorische Klarheit vergessen. Mittlerweile bin ich Vater von drei Kindern. Während jeder Schwangerschaft kam mir Bea in den Sinn. Manchmal hab ich die Frauen beneidet, dass sie es sind, die Leben geben. Manchmal war und bin ich froh, dass ihr es seid. Anyway, es ist wie es ist. Am Muttertag ziehe ich den Hut, mach das Frühstück und pflücke Blumen.

Gegen Westen: Mama, ich liebe dich! Ich küsse dich – du hast mir Wurzeln und Flügel wachsen lassen. In den Nachbarraum: Schwiegermama am Telefon – gut, dass du da bist und dass du Leben gegeben hast. Ich umarme dich. Und dann die “Meinige” – ich liebe dich! Du bist unseren Kindern eine großartige Mutter. Du bist mein Glücksfall, der sich vermehrt.
An alle Mamas dieser Welt – ihr seid Tempel des Lebens! In euch entsteht es, ihr bringt es auf die Welt, ihr tragt es – auf Händen und im Herzen. Lasst euch feiern!


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