NEOS Mach´ mit

Offener Dank an „Dr. Spin“ Peter A. Ulram

  Matthias Strolz  am 15.05.2012

Lieber „Dr. Spin“ Peter A. Ulram,
danke für Ihre Post via Die Presse. Zuerst dachte ich, Sie pinkeln mir ans Bein. Dann wurde mir klar: Sie markieren nur das Revier.

Gerne Aufklärung hinsichtlich unserer inhaltlichen Anliegen. „Österreich spricht“ widmet sich zwei Zielen: Wir wollen mit kleinen und entschlossenen Aktionen konstruktive Impulse in das politische System senden. Frischer Wind tut gut. Und wir wollen innovative Formen der Beteiligung an der politischen Meinungsbildung eröffnen. So organisieren wir beispielsweise morgen in Innsbruck und Wien zwei sogenannte BürgerInnen-Räte, die sich mit der Frage beschäftigen: „Mit welchen Maßnahmen erreichen wir mehr Transparenz und bekämpfen Korruption in der österreichischen Politik?“ Die BürgerInnen machen hier den Inhalt. Das ist so ungewöhnlich für österreichische Verhältnisse, dass es manche BeobachterInnen gar nicht verstehen. Die Ergebnisse der BürgerInnen-Räte diskutieren wir morgen Abend am 16. Mai um 18.30 Uhr in der Wiener Urania (Uraniastraße 1, 1010 Wien) mit Klubobfrau Eva Glawischnig, Monika Mühlwerth von der FPÖ, Hubert Sickinger, Experte für Politikfinanzierung und Beirat für Transparency International sowie mit BürgerInnen. Die anderen Parlamentsparteien haben vorgezogen, niemand zu dieser Diskussion zu schicken. Die Innsbrucker Ergebnisse holen wir mit Live-Stream herein. Herr Ulram, ich hoffe, Sie sind auch mit an Bord. Die Veranstaltung ist öffentlich – für interessierte Leute wie Sie!

Da wir uns diesen zwei genannten Zielen widmen, halten wir es für stimmig, als „Österreich spricht“ keine eigene inhaltlich-programmatische Agenda im Sinne eines Parteiprogramms zu entwickeln. Wir sind eben dem Dialog verpflichtet und neuen Formen der politischen Meinungsbildung. Wir wollen eine Plattform des Austausches sein. Wir sehen uns hier in einer Moderatorenfunktion. Da macht es wenig Sinn, wenn wir selbst ideologisch-programmatische Forderungen aufstellen.
„Österreich spricht“ ist eine BürgerInnen-Initiative, die durch den ehrenamtlichen Einsatz und die Spenden von aktuell circa 30 Personen getragen wird. Unseren Newsletter haben bereits über 1.000 BürgerInnen abonniert. Ich lade Sie ebenfalls auf ein Abo ein www.oespricht.at. So sind Sie immer aus erster Hand informiert und müssen nicht spekulieren.

Spannend für Sie als geneigter Freund der Inhalte: „Österreich spricht“ hat eine Schwester-Initiative, in der ich mich auch engagiere. Gemeinsam mit aktuell knapp 100 Personen bereiten wir eine Partei vor, die beabsichtigt, bei den Nationalratswahlen 2013 in den Ring zu steigen. Wir hatten letzten Freitag und Samstag eine eineinhalbtägige Klausur. Im Mittelpunkt stand eine 10-stündige Diskussion über unsere Kernthemen. Also keine Angst: Wir werden mit klaren Vorstellungen auftreten, wohin die Reise gehen soll und welche Lösungen für Österreich und die Menschen wir mit in die Welt bringen wollen. Aber wahrscheinlich sind Sie als „Revier-Sachverständiger“ über den Stand unserer Arbeiten ohnehin bestens informiert. Ansonsten weitere Infos unten im Blog.
Wir reiten unbeirrt weiter – mit Ihrem Presse-Kommentar als Rückenwind. Denn es sind Beiträge wie Ihrer, die Beiträge wie solche auf den Plan rufen. Ebenfalls heute Morgen eingetrudelt: „Herr Strolz, machen Sie weiter. Auch wenn es vielen etablierten Kräften nicht passt. Herr Ulram mag Ihr Englisch nicht, daher auf Indisch: ‚First they ignore you, then they laugh at you, then they fight you, then you win.’ (Mahatma Gandhi)”

In diesem Sinne, Herr Ulram, Danke für die Beförderung in die zweite Stufe. Wir kommen der Sache näher – das sollte sich ausgehen bis Herbst 2013. Wir sehen uns morgen Abend bei der Diskussion der BürgerInnenräte oder spätestens in Ihrer Hochrechnung am Wahltag.

Cheerio, Matthias Strolz


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